Beste Stimmung in Kappelrodeck trotz Nichtaufstieg

FSV Kappelrodeck/Waldulm – FV Plittersdorf 2:3 (1:2) Hinspiel: 5:3

Trotz eines 3:2-Auswärtssiegs beim FSV Kappelrodeck-Waldulm ist der Traum vom Bezirksliga-Aufstieg des Teams um Coach Markus Daubner auf tragische Art und Weise geplatzt. Die 3:5-Niederlage aus der vergangenen Woche war schlussendlich eine zu große Hypothek für die schwarz-gelben, die diese trotz einer überragenden Leistung im Auswärtsspiel nicht mehr wett machen konnten. Ein Spielbericht wäre normalerweise gar nicht nötig, war doch beinahe das ganze Dorf ohnehin Zeuge des Schlagabtauschs. Die Rieder machten das Gastspiel damit zu einem Heimspiel und sorgten trotz Temperaturen von über 40 Grad für eine Dauer-Gänsehaut-Atmosphäre.

Den Beginn der Aufholjagd markierte Topstürmer Mio Kratochwil nach zehn Minuten mit Führungstreffer nach einem Querpass von Cleo Fritz aus 16 Metern. Maßgeblich an der Vorarbeit beteiligt war Mike Tscheppe durch ein Solo auf der linken Seite. Auch danach blieben die Rieder auf dem Gaspedal und kontrollierten die Partie. Nach einer halben Stunde kassierten die Rieder mit der ersten nennenswerten Offensivaktion der Hausherren dann jedoch die kalte Dusche: Nach einem Eckball stieg FSV-Stürmer Gino Lamm am höchsten und konnte zum Ausgleich einköpfen. Nach dem Gegentor brauchten die Rieder dann zehn Minuten, um sich zu sortieren. Kurz vor der Pause hatte Luca Bergmaier Pech, als er mit einem Schuss aus 40 Metern über den herausgeeilten Kappelrodecker Keeper hinweg an der Latte scheiterte. In der Nachspielzeit wurde Bergmaier dann nach einem Dribbling regelwidrig von seinem Gegenspieler gestoppt. Den fälligen Elfmeter verwandelte Adrian Pop gewohnt sicher ins rechte Eck zur Führung.

Bei brütender Hitze, die die fragwürdigen Platzwahl (das Spiel fand nicht auf Natur-, sondern auf dem Kunstrasen statt!) noch verstärkte, fehlte dem FVP nun nur noch ein Treffer, um das Hinspiel-Ergebnis zu egalisieren. Diesen erzielte dann in der 52. Minute Max Kircher – und wie! Nach einer Balleroberung und anschließendem Steckpass von Lukas Reichert tanzte Kirchner seinen Gegenspieler aus und vollendete zum Jubel der mitgereisten Rieder lässig ins kurze Eck zum 1:3. Die Gäste waren nun klar am Drücker, Cleo Fritz erzielte beinahe den nächsten Treffer, erneut verhinderte das Aluminium jedoch den Einschlag. Wenig später rettete Max Berger im FVP-Tor, der den gesperrten Darian di Mino bravourös ersetzte, im Eins-gegen-Eins gegen FSV-Flügelflitzer Marvin Bögner. Nach 70 Minuten erzielten die Hausherren dann mit einer ihrer wenigen Offensivaktionen nach einer weiteren Standardsituation den Anschlusstreffer zum 2:3. Auch danach bäumten sich die Gäste mit zahlreichen frischen Kräften erneut auf und kämpften aufopferungsvoll um die Verlängerung. Nach einer letzten Flanke von der rechten Seite verpasste Cleo Fritz um Haaresbreite das vierte Tor, das die Verlängerung erzwungen hätte, bevor der Abpfiff ertönte und ein schwarz-gelbes Tränenmeer folgte. Damit kehrt der FSV Kappelrodeck wieder in die Bezirksliga zurück, herzliche Glückwünsche ins Achertal aus dem Ried!

Rückblick

Trotz des knapp verpassten Aufstiegs können die Rieder enorm stolz auf sich und die erreichte Vizemeisterschaft sein. Coach Markus Daubner und sein Team formten eine Mannschaft, die mit erfrischendem Angriffs-Fußball begeisterte und einige rauschende Fußballnachmittage und -abende bescherte. Und die es damit schaffte, speziell in der Endphase der Saison das halbe Dorf zu mobilisieren. Dies zeigte die grandiose Stimmung der gelben Wand in Kappelrodeck, die sich unter anderem auf vier Busse verteilten und diesen Tag trotz des bitteren Ausgangs unvergesslich machte! Die Mannschaft möchte sich auf diesem Wege recht herzlich bei allen Fans und Supportern und vor allem den „kleinen Ultras“ für die unglaubliche Unterstützung in der ganzen Saison bedanken, die das junge Team getragen haben.

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